Ackerbau und Viehzucht in der Linearbandkeramik - Als die Menschen sesshaft wurden

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00:00:12: Hallo, mein Name ist Andrea.

00:00:14: Ich bin Teil des Teams im Mammoths dem Museum für Urgeschichte und historische Archäologie in Schloss Aspernander-Zeier und Mistelbach.

00:00:22: Im Mammoths Podcast beschäftigen wir uns mit vierzigtausend Jahren Menschheitsgeschichte.

00:00:28: Willkommen zur zweiten Podcastfolge mit Wolfgang Größer!

00:00:32: Hallo Wolfgang ich freue mich dass du wieder da

00:00:34: bist.

00:00:36: Ja hallo ich freu mich auch Und ich bin schon ganz gespannt auf unser

00:00:40: Gespräch.

00:00:52: In dieser Folge Sprechen wir über die Zeit, als die Menschen sesshaft geworden sind.

00:00:56: Nämlich über die Jungsteinzeit dem Neolithikum.

00:01:00: Da kam es zu einer grundlegenden Veränderung der Lebensweise der Menschen.

00:01:05: Der Prozess des Sesshaftwertungs war neuersten Forschungen zur Folge ein relativ kurzer Prozess.

00:01:10: Kannst du uns etwas darüber erzählen?

00:01:14: Ja, die Ursprünge der Sesshaftwertung liegen ja nicht bei uns.

00:01:18: Die liegen in Mesopotamien und Ländern wie Iran, Irak und Syrien wo das schon im neunten, achten Jahrtausend vor Christus passiert oder zumindest beginnt.

00:01:29: Breitet sich diese Idee des Ackerbaus dann aus bis nach Anatolien und bis das zu uns kommt wird es um ca.

00:01:38: fünf tausend Fünfhundert v. Chr.

00:01:42: Aber die Leute, die bei uns bauen werden, kommen eigentlich aus Westanatolien.

00:01:48: Bis vor relativ kurzer Zeit hatten wir uns das in der Archäologie so vorgestellt, dass es eine sehr langsame Ausbreitung gewesen sein könnte.

00:01:56: Wo quasi jede Generation an Bauern sich einen neuen Hof fünf bis zehn Kilometer vom ursprünglichen Hof entfernt baut um so langsam sukzessive über Südosteuropa zu kolonisieren.

00:02:12: Heute denken wir eher an ein anderes Modell.

00:02:14: Wir können uns jetzt sehr gut vorstellen Ausbreitung des Neolitikums nach Mitteleuropa und Dornstein relativ rasch von Staaten gegangen ist.

00:02:23: Ursache könnte eine Trockenheit in West-Anatholien gewesen sein, und so ist man hier ausgerüstet mit Saatgut, mit Tieren... Man hatte scharfe Ziegen, Schweine und Rinder möglicherweise in einem Sommer quasi vom Bosporus bis hierherauf ins Wiener Neustädter Becken gegangen.

00:02:47: Du hast ein neolitisches Langhaus in unserem archäologischen Freigelände des Mammuts Schloss Aspern an der Zeier mit deiner Arbeitsgruppe gebaut.

00:02:55: Wie habt ihr das gebaut?

00:02:57: Welche Werkzeuge habt ihr benutzt?

00:02:59: und vor allem, wie lange habt ihr dafür gebraucht?

00:03:03: Ja wir haben im Jahr hier im freilichen Land dieses Langhauses gebaut.

00:03:09: es ist mehr als dreißig Meter lang am Giebel sechs Meter breit in etwa.

00:03:15: Und das war schon eine große Herausforderung als es eines der größten Häuser, die wir bis jetzt gebaut haben und es waren doch an die sechzig Stück quer durch alle Zeiten.

00:03:25: herausragende Fragen in diesem Zusammenhang für uns waren natürlich die die Ressourcen betreffen.

00:03:32: Wie gewinnt man die Stämme?

00:03:34: Wo gewinnte man sie?

00:03:35: mit welchen Werkzeugen kann man sie fällen, wie werden sie bearbeitet?

00:03:39: aber darüber hinaus waren natürlich auch die Fragen zu den Flechtwänden, zu den Lehmmischungen zur Dachdeckung sehr spannend für uns.

00:03:49: Aber wie lange habt ihr dazu gebraucht?

00:03:50: diese Frage hast du mir jetzt nicht beantwortet.

00:03:54: Ah ja das stimmt.

00:03:55: also wir haben hier angefangen eigentlich im Juli und haben dann bis Oktober gebraucht.

00:04:02: Wir waren circa zehn Personen und haben da quasi alle Pfosten aufgestellt, den ganzen Rohbau aufgestellt.

00:04:09: Dann kam das Dach drauf.

00:04:11: die Wände wurden aus Hasel- und Weidenrouten geflochten.

00:04:15: deswegen spricht man ja auch von Wänden weil es kommt von Winden und diese geflochtenen Wände wurde später mit Lehm verkleidet.

00:04:23: sprich man nimmt Den hier anstehenden Löslehm magert den etwas mit Sand und auch Strohhäcksel.

00:04:30: Und bringt ihn dann unter Zugabe von Wasser auf, das ist eine knetbare Paste.

00:04:36: die muss man behutsam von zwei Seiten gleichzeitig auf diese Wände klatschen damit sich das in der Mitte verbinden kann.

00:04:43: um dauerhafte Wände zu erhalten.

00:04:46: Ist es sehr wichtig dass man die auch im Trockenprozess regelmäßig nacharbeitet vom Nachdrücken bis zum Schluss hin zu polieren.

00:04:55: und wenn man sich die Wände jetzt anschaut, dann muss man sagen das ist so sehr gut gelungen.

00:05:01: Aber ihr habt für dieses Haus ja auch sehr viele Schnüre gebraucht!

00:05:04: Und du hast mir einmal erzählt... Wenn Du ein Schnur knüpft, weil Du fleißig bist schaffst Du dreißig Meter am Tag.

00:05:13: Wie viel Meter Schnur oder Schnüre habt Ihr für dieses hausgebraucht?

00:05:19: Ja mittlerweile schaffe ich schon ein bisschen mehr als dreißig Meter, aber stimmt irgendwo bei fünfzig Meter pro Tag.

00:05:25: Ich stelle sich das schon ein und für so einen Haus habe ich heute schon mal gesagt dass wir rechnen schon so zehn bis zwanzig tausend Meter.

00:05:33: also das ist wirklich viel!

00:05:35: Das Gute an der Sache ist Schnüre für den Hausbau kann man vorbereiten über mehrere Jahre hinweg vorbereiten und ich kann mir gut vorstellen Eine ganz normale Tagesbeschäftigung war, dass jeder jeden Tag vielleicht mal eine halbe Stunde oder eine Stunde Schnur gemacht hat.

00:05:54: Und wenn die ganze Familie vom kleinen Kind bis zum älteren Menschen das auch tut dann kommt über die Jahre so schon einiges zusammen.

00:06:02: und ich kann mir außerdem gut vorstellen, dass diese vorgefertigten Schnüre auch ein sehr gutes Tauschmaterial gewesen sein könnten denn irgendwo in der Siedlung hat sicher jemand gerade dringend Schnur gebraucht.

00:06:17: Aber die Häuser muss man nicht nur bauen, man muss sie auch erhalten.

00:06:20: Dazu brauchten die Menschen natürlich genügend Ressourcen.

00:06:23: auf welche Baumaterialen konnten Sie zurückgreifen und wie schaut es da mit dem Sommer?

00:06:28: Und wie schaut's damit im Winter aus?

00:06:32: Ja das Baumaterial für die Häuse der Urgeschichte war in erster Linie erholt und hier hat der Mensch sehr früh gelernt sehr genau auszuwählen welcher Hölzer er für welche Verwendungen heranzieht.

00:06:46: Wo wir es feststellen können, da ist es meistens so dass man für die Teile die in den Boden eingegraben wurden sprich für die erdfesten Pfosten sehr oft Eichenholz verwendet hat.

00:06:57: Eiche ist eine Holzart, die bildet sehr lange gerade Stämme aus vor allem die Traubeneichen und die Stieleichen Gerbsäure gehalten.

00:07:08: Dieser sehr hohe gerbsäurige Halt verhindert, dass Bakterien aus dem Boden, Pilze und so weiter oder eben auch Käfer sehr schnell in diese Stämme hineingehen.

00:07:22: Gut ist dieser Effekt, wenn diese Stämme im Winter geschlagen werden.

00:07:25: Wenn sie quasi nicht im Saft stehen, wenn hier keine Eiweißhältigen Flüssigkeiten im Stamm drinnen sind die eben für solche aus unserer Sicht Schädlinge sehr interessant wären.

00:07:39: Für die oberen Teile der Gebäude hat man dann gerne auf alle möglichen Hölzer zurückgegriffen, wo verfügbar natürlich auf Koniferen sprich auf Fichten oder Kiefern.

00:07:51: Nur war das sehr oft im... Frühen Neolithikum gar nicht so leicht, diese konnifieren zu kriegen.

00:07:56: und hier hat man dann auf Lindenstemme oder auf Eschenstemme.

00:08:01: Oder auf solche anderen Hölzer wie Erlen oder vielleicht auch Birken zurückgreifen können um den Dachstuhl zu fertigen.

00:08:10: Zesshafte Menschen benötigen andere Dinge als Jäger- und Sammler der Altsteinzeit das heißt sie fertigen noch andere Dinge.

00:08:18: Sie brauchen zum Beispiel mobilierenden Häusern.

00:08:20: kennst du dazu Funde?

00:08:21: kannst du uns ein paar Beispiele nennen?

00:08:26: Ja, das stimmt natürlich.

00:08:27: Jäger und Sammler müssen natürlich alles was sie besitzen auch immer mit sich herum tragen wenn sie vom Sommergelager zum Winterlager wechseln.

00:08:36: Das heißt wir dürfen davon ausgehen dass ihr Besitzer eher überschaubar ist während wenn man sesshaft wird und ein festes Haus hat dann lohnt es sich auch bestimmte Anschaffungen zu tätigen die auch durchaus schwerer sein können.

00:08:50: da spreche ich jetzt von Gewicht.

00:08:52: dazu zählt natürlich in erster Linie vor allem mal die ganze Keram.

00:08:56: Also jetzt gibt es Keramik in allen möglichen Größen als Vorratsgefäße, als Kochgefäse um Wasser zu holen vom Brunnen bis zum Haus.

00:09:05: Es gibt verschiedene Typen.

00:09:07: am Anfang ist auch hier das Formenspektrum eher überschaubar entwickelt sich dann quer durch die Zeit ganz enorm und die Keramika ist natürlich für uns Archäologen vor allem das Leitfossil in der Archäologie nicht über.

00:09:19: wenn wir typische Stücke von Töpfen finden, da sprechen wir zum Beispiel von Randstücken oder von typischen Verzierungen oder von Henkeln.

00:09:28: Oder manchmal auch vom Boden Krönungen dann können wir hier sehr schnell und sehr genau sagen in welcher Zeit wie uns ihn etwa bewegen.

00:09:37: zur Einrichtung von langen Häusern, ist es natürlich wieder so.

00:09:41: auch hier dürfen wir davon ausgehen dass ein Großteil dieser Einrichtungen aus Holz gewesen ist und das ist genau unsere Schwäche.

00:09:48: Wir wissen, Holz war das am meisten verwendete Material.

00:09:51: Es ist leider auch das da sich am Boden am schlechtesten bzw fast gar nicht erhält.

00:09:57: Also sind wir hier darauf angewiesen auch andere Quellen heran zu ziehen.

00:10:03: Im Hinblick auf Mobiliar gibt es zum Beispiel manchmal bei so Idol, also menschliche Figuren aus Keramik welche die sitzen auf kleinen Hockern.

00:10:14: Jetzt wissen wir schon mal die hatten kleine Hocker nicht?

00:10:17: Manchmal gibt's auch Stinger die könnten als niedrigen Tisch steuten.

00:10:21: Manchmal gibts auch Sachen... wie irgendwo auf westeuropäischen Inseln neolitische Siedlungen, wo vor allem Stein als Baumaterial zum Einsatz kamen.

00:10:33: Die in Stürmen einfach frei gewählt werden.

00:10:36: und da sehen wir die hatten auch Bettstätten, die hatten Regale und bei uns dürfen wir uns das eher aus Holz vorstellen.

00:10:44: aber es ist natürlich so dass unsere Quellenlage dazu sehr bescheiden ist und wir freuen uns über jedes Stück das hier auftaucht.

00:10:53: Zu Holzgefäßen haben wir erfreulicherweise einiges aus Brunnen gefunden.

00:10:58: Also Brunnen sind in der Bandkeramik meines Wissens bis jetzt die einzigen Umstände, wo auch wirklich tatsächlich Holz sich aus dieser Zeit erhalten hat.

00:11:08: Und hier kennen wir einige sehr schöne Gefäße.

00:11:11: Hier können wir einige dieser bekannten Schäftungen für die Steinklingen, die auch manchmal offene Winkel zeigen können und allein die Brunenkästen selbst sind in einer Technik gefügt die uns erkennen lässt, dass hier die Holstechnologie der ersten Bauern auf keinen Fall unterschätzt werden sollte.

00:11:32: Nicht nur feste Häuser sind Merkmale das Esshaftigkeit sondern auch Ackerbau und Viehzucht.

00:11:38: Welche Haustüre haben die Menschen bei uns gehalten?

00:11:41: Und welche Nutzpflanzen haben sie angebaut?

00:11:44: Wie haben Sie diese geerntet?

00:11:46: Auch mit welchen Werkzeugen haben Sie sie geerntete?

00:11:48: Und wie haben Sie es im Anschluss gelagert?

00:11:53: Eine ganze Reihe von Fragen höre ich da auf mich zukommen.

00:11:57: Wir beginnen bei den Tieren, die Tiere die man mitgebracht hat von Anatolien.

00:12:04: das waren Kühe und Schweine Schafe und Ziegen.

00:12:08: also das waren die vier Haupttiere die man am Anfang hatte wobei vor allem Schafen und Siegen eine sehr große Rolle gespielt haben.

00:12:17: Die hat man hier auch weiter gezüchtet und gehalten.

00:12:21: Wir gehen davon aus, dass man keine Stallhaltung betrieben hat also die mussten im Winter auch draußen sein.

00:12:26: allenfalls hat man Muttertiere mit ihren Jungen mit ins Haus reingeholt und hier hatte man quasi Fleisch und Milch und später von den Schafen auch Wolle.

00:12:37: Hier wird in der Forschung noch diskutiert, ob die ersten Schafe bereits solche Wollee hatte, die man verspinnen konnten oder ob man das last langsam dann gezüchtet hat oder wo das passiert ist soll dahingestellt sein.

00:12:50: Das waren die wichtigsten Tiere dieser Menschen.

00:12:53: Die Jagd hat eine erstaunlich geringe Rolle gespielt.

00:12:57: Also in den Siedlungen, die wir finden, ist der Anteil an Wildtieren meistens deutlich unterzunehmen.

00:13:05: zu den Pflanzen kann man sagen hier waren sehr einfache ursprüngliche Getreidearten sehr beliebt wie immer einkohren und Dinkel.

00:13:14: die wurden gebaut in In diesen Tagen war es so, dass eine gute Ernte war vielleicht das sechs bis achtfache von dem was man ausgesehen hat.

00:13:25: Heute ist das oft das dreißig-bisvierzigfache.

00:13:28: also das muss man in Relation der Möglichkeiten der Zeit sehen nicht?

00:13:32: Ganz wichtige Pflanzen waren außerdem Leguminosen Also hier sprechen wir von Erbsen und Linsen.

00:13:39: Das waren ganz wichtige pflanzliche Eiweißspender ohne die man eigentlich den Winter nicht überlebt hätte.

00:13:47: Man konnte die auch sehr gut einlagern und das war ganz eine wichtige Nahrungsergänzung für die ersten Bauern.

00:13:53: darüber hinaus hat man sicher lokal alle möglichen Wurzeln von Pflanzen geerntet, wilde Gemüren oder andere Dinge Und welche Gemüse man wirklich schon hatte, das ist oft gar nicht so leicht zu sagen.

00:14:06: Weil von diesen kaum Reste im Boden bleiben.

00:14:09: wir wissen nicht ab wann man irgendwelche rüben kultiviert hat oder Salate oder Zwiebel.

00:14:15: Man darf das mutmaßen dass es hier möglicherweise schon erste Formen gab die auch gebaut wurden aber viele genaure Informationen dazu haben wir in der Regel so nicht.

00:14:28: Ernte erfolgte natürlich, wenn die Frucht reif war.

00:14:32: Und zwar hatte man Erntegeräte, die waren sehr spannend gebaut.

00:14:36: das waren Sicheln aus verschiedenen Materialien gefügt.

00:14:41: Die Hauptteile war ein Bügel aus Holz mit einem Griff der sehr gut in der Hand gelegen ist und Der war leicht gebogen und an der nach innen gewölbten Seite hatte Man einen Schlitz angebracht und in diesen schlitz wurden nun fein und scharf geschlagene Feuersteinklingen mit Birkentier so eingeklebt, dass sie fast wie eine kleine Säge gewirkt haben.

00:15:03: Und wir haben solche Stücke nachgebaut und gesehen.

00:15:06: die sind wirklich sehr, sehr effektiv!

00:15:09: Die Getreide ehren wurden in der Regel eigentlich sehr Bodenfern geerntet.

00:15:15: also man hat da quasi sich ein Büschel gegriffen zehn, fünfzehn Zentimeter unter der Ehre abgeschnitten und so kam das dann in einen Sack.

00:15:25: oder ein Korb musste natürlich noch ein bisschen getrocknet werden.

00:15:29: Und vor der Verarbeitung auf jeden Fall ausgetroscht damit die Spreu da irgendwie runter gehüpft ist, konnte man ja nicht mitessen.

00:15:37: Die Spreu wiederum eignet sich sehr gut als Zuschlag bei Lehmwänden zum Magern dieser Pasten.

00:15:45: Zur Lagerung selbst dürfen wir uns zwei verschiedene Techniken vorstellen.

00:15:49: Hier konnte man einerseits Bodenfern lagern, sehr trocken vielleicht auf eigenen Gebäuden die wir heute so nicht finden, vielleicht auch in den Zwischen in den Obergeschossen der Langhäusern, die wir ja in einem Drittel relativ oft anhand der vorhandenen Pfosten nutmaßen dürfen.

00:16:08: eine zweite Methode war es das Getreide einfach In Gruben in der Ernte zu lagern.

00:16:14: Man darf sich das so vorstellen, man hat eine Grube gegraben Hat die Innen mit Lehm ausgekleidet und hier konnte man dann mehrere hundert vielleicht sogar tausend Kilo Getreide rein leeren Und oben wurde das dann wieder Mit Material abgedeckt und auch mit Erde verschlossen.

00:16:32: Das war insofern ganz spannend weil Die obersten Getreideschichten haben dann Keimen begonnen Dabei den gesamten Sauerstoff, der noch in dieser Grube war aufgebraucht.

00:16:46: Und wenn dieser Prozess abgeschlossen war, war das Rest des Getreides eigentlich wacke umverpackt und hier gibt es Untersuchungen, die zeigen dass dieses Getreide dann auch nach zwei drei sogar nach vier Jahren partiell noch keimfähig ist.

00:17:01: sprich so würde ich mein Saatgut zum Beispiel lagern und so könnte man zur Not mal Jahre mit Missernten überbrücken.

00:17:10: Keramik wird zu einem wichtigen Leitfossil in der wissenschaftlichen Untersuchung.

00:17:15: Was kann ich mir darunter vorstellen, was bedeutet das?

00:17:20: Unter keramik verstehen wir eigentlich aus lehm geformte Gefäße die dann im Feuer gebrannt

00:17:28: wurden.

00:17:28: Wir wissen dass die ersten Bauern in der Regel im offenen Brand gebrannt haben, also im Feuer ist glaube noch keine spezialisierten Brennöwen und dabei erreicht man Temperaturen die können bis zu siebenhundert Grad gehen manchmal etwas darüber.

00:17:44: auf jeden Fall erreichen Sie nicht die neunhundert grad eines heute gängigen Schrühbrandes bei Keramik.

00:17:50: sprich die keramik die so gebrannt wurde die war dann nach dem brennen auch nicht wirklich wasserdicht.

00:17:56: Also Flüssigkeiten wären da noch ganz leicht durch Diffondiert.

00:18:01: Allerdings, wenn man mehrfach zum Beispiel Grütte in so einem Keramiktropf gekocht hat oder Milch dann sind Eiweiße dieser Speisen aufgefloggt und dann wurden diese Keramiken auch wirklich dicht.

00:18:15: Die Formen der Zeit der ersten Bauern waren Aus heutiger Sicht eher schlicht, es gab Schalen die oben manchmal etwas eingezogen waren.

00:18:25: Es gab kumpfartige Formen, die manchmal auch schon Randbildungen aufwiesen.

00:18:30: Manchmal haben wir Hänkel, die oft horizontal liegen, manchmal aber auch in die andere Richtung gehen.

00:18:35: Es gibt Knuppen und Knöpfe typischen linienartigen Verzierungen, die auch geschwungene Wellen aufweisen können.

00:18:46: Deswegen sprechen wir übrigens von der Linearbandkeramik.

00:18:48: aufgrund dieser geschwungenen Wellen und in der jüngeren Phase der Linearbandkeramika macht man dann kleine Punkte auf diese Linien.

00:18:58: deswegen sprechen wir dann vom Notenkopf keramik weil das ein bisschen so aussieht wie wenn man einen Notenschrift auf der Keramik erkennen könnte.

00:19:07: Sehr spannend für uns natürlich die Henkel und die Knuppen, die deuten oft darauf hin dass viele dieser Gefäße auch als Hängegefäße gedient haben.

00:19:16: also hier konnten Stricke Schnüre Seile angebracht werden oder so ein Netz um diesen Topf geflochten werden das man den auch aufhängen konnte damit zum Beispiel Mäuse oder anderes Ungezieffahr irgendwie nicht so leicht an die Vorräte gekommen

00:19:33: ist.

00:19:35: Danke, aber ich wollte eigentlich nochmal auf den Begriff Leitfossil eingehen?

00:19:40: Was versteht man darunter?

00:19:43: Alles klar!

00:19:45: Wir finden ja leider nur sehr wenige Dinge aus der Zeit... der Urgeschichte nicht.

00:19:51: Wir müssen uns leider auch vor Augen halten, dass die allermeisten Gerätschaften Dinge und Sachen, die die Menschen erzeugt und genutzt haben einfach im Boden nicht mehr erhalten sind weil sie aus organischen Materialien waren wie zum Beispiel aus Holz, aus Leder, aus Wolle, aus anderen Dingen dieser Art bleibt uns eigentlich vor allem die Keramik.

00:20:13: Die Keramika ist unser treuester Freund, wir finden sie in der Regel immer.

00:20:16: auch wenn sie zerschärbt ist bleiben doch die Scherben als solche im Boden erhalten und sehr oft haben wir das Glück dass wir die dann auch wieder zusammenkleben können weil wir die zusammenfinden und so auch wieder über die Formen der einzelnen Keramikefäße Informationen finden.

00:20:33: Tatsächlich ist es so dass die Urgeschichte Es gibt für jede Zeit ganz typische Keramikformen und an diesen Formen hängen natürlich Umbrüche, da hängen Verzierungselemente später auch Glasuren dran, Hänkelbildungen.

00:20:54: Ganz spezifische Merkmale!

00:20:57: Und wenn wir sowas finden im Boden oder auch bei einer Feldbegehung?

00:21:01: können wir sehr oft anhand dieser Keramikfunde und schnell orientieren, in welcher Zeit wir uns bewegen.

00:21:09: Wir wissen genau, sind wir im Endneulitikum oder im Mittelalter bei den Römern?

00:21:17: Deswegen nennen wir das unser Leidfossil, weil es für uns die einfachste und schnellste Methode ist, uns bei archäologischen Funden und Befunden ein Bild davon zu machen.

00:21:27: von welcherzeit reden wir überhaupt!

00:21:31: Danke Wolfgang für diese wirklich sehr, sehr spannenden

00:21:34: Ausführungen.

00:21:36: Wer mehr über die Jungsteinzeit und das Langhaus erfahren möchte, der möge uns im Mammutsschloss Aspen an der Zeier- und Museum Mistelbach besuchen.

00:21:44: Alle Infos zu eurem Besuch auf www.mamuts.at.

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